Projekt Plattenkalk

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Der Seeigel Pedina (?) sp.

 

Projekt Mühlheim 2009 - Archiv geomnia

 

Ein Fund aus der Mörnsheim Formation aus dem Steinbruch Krautworst am Schaudiberg: Ein Seeigel mit erhaltenem Stachelkleid und Kieferapparat ("Laterne des Aristotelis"), wahrscheinlich zur Gattung Pedina gehörig. Beachtenswert ist neben des aussergewöhnlichen Erhaltung auch die Größe des Stückes: Der Durchmesser beträgt etwa 25 Zentimeter.

(Der Fund wird aufbewahrt in der Belegsammlung Mühlheim und ist der wissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich)

 

Abbildung 1 (links): Gesamtaunahme der verdrückten Corona mit dem erhabenen Kieferapparat (Mitte, links-oben); Größe siehe Maßstab.

 

 

Abbildung 2 (oben): Detailaufnahme aus Abbildung 1 (oberer Bereich, rechts) mit einzelnen, zueinander verschobenen "Asseln" der verdrückten Corona und den feinen, nadelförmigen Stachel (der Maßstab entspricht etwa 1 Zentimeter).

 



Koprolithen der Mörnsheimer Schichten im Dünnschliff

 

A. M. Heyng 2009 - Archiv geomnia

 

Koprolithen des "Typs" Lumbricaria sind aus den Solnhofener Plattenkalken wohlbekannt: Es handelt sich hierbei um Kotschnüre, die, ursprünglich beim Verlassen des Verdauungstraktes "aufgerollt", mehr oder weniger entrollt in das Sediment eingebettet wurden. Ihre Verursacher sind vermutlich Cephalopoden (Ammoniten oder Coleoidea), sicherlich jedoch Bewohner des freien Wassers, da diese Koprolithen zum überwiegenden Teil aus calcitischen Resten der freischwimmenden Seelilie Saccocoma bestehen.

Lumbricaria ist auch häufig in den Mörnsheimer Schichten zu beobachten, angereichert in bestimmten Horizonten (z.B. Rosa Schichten). Daneben finden sich hier mehrere andere "Typen" von Koprolithen unterschiedlichster Formen und Größen. Oft sind in ihnen auch Reste der ehemaligen Nahrung erhalten (neben Saccocoma unter anderem auch Fischreste wie Wirbel, Schuppen etc.). Auch Hai-Koprolithen, erkennbar an der spiral aufgewundene Form, sind - wenn auch selten - von hier bekannt.

Auch Koprolithen haben ihre Bedeutung in der Paläontologie: Ist ihr jeweiliger Verursacher sicher ermittelt (z.B. durch in situ (also im Fossil des Verursachers) erhaltene Koprolithen), kann Nahrung und Ernährungsweise rekonstruiert werden. Auch über den jeweiligen Lebensraum können sich neue Erkenntnisse ergeben, z.B. über die Produktivität und das Ökosystem.

 

 

Abbildung 1: Koprolith mit homogener (phosphatischer?) Matrix im Dünnschliff; größte Breite etwa 14 Millimeter (Schliff MUE C18-b; Rosa Schichten).

 

Abbildung 2: Koprolith mit homogener (phosphatischer?) Matrix im Dünnschliff; größte Breite etwa 14 Millimeter (Schliff MUE C27-b).

 

Abbildung 3: Koprolith im Dünnschliff, überwiegend bestehend aus Saccocoma-Fragmenten; größte Breite etwa 12 Millimeter (Schliff MUE C18-b; Rosa Schichten).

 

Abbildung 4: Detailaufnahme eines körnigen Koprolithen im Durchlicht; die Komponenten sind überwiegend Saccocoma-Fragmente; Vergrößerung ca. 80x (Schliff MUE C27-b; Rosa Schichten).

 



Die "Schwammschicht" im Sammlerbruch Mühlheim (Event-Horizont e003)

 

A. M. Heyng 2009 - Archiv geomnia

 

Im Sommer 2008 wurde beim Abschieben des Besuchersteinbruchs Mühlheim ein bisher unbekannter, 1 bis 3 Zentimeter mächtiger Horizont entdeckt. Dieser war auffallend reich an gut erhaltenen Kiselschwämmen und wurde daher als "Schwammschicht" bezeichnet (kartiert als Event-Horizont e003). Neben Schwämmen sind darin auch Bivalven, Brachiopoden, Seeigel-Stachel und diverse biogene Komponenten (z.B. Foraminiferen) sowie Fossilschutt enthalten. Als weitere Besonderheit sind auch komplette Coronen unbestimmter Seeigel in manchen Bereichen der Schicht angereichert.

Die erosive Basis sowie die gradierte Schichtung (abnehmende Partikel-Größe von unten nach oben) belegen die Ablagerung dieser Schicht als Schuttstrom: Der Ort der Sedimentation entsprach nicht dem Lebensraum der eingebetteten Organismen. Dieser befand sich an einem höher gelegenem Ort des Beckenrandes. Organismen und dort abgelagertes Sediment wurden gravitativ in Richtung des tieferen Beckenzentrums transportiert.

 

 

Abbildung 1: Oberfläche der "Schwammschicht 1" aus den Mörnsheimer Schichten des Besuchersteinbruchs Mühlheim am Schaudiberg, mit Detailaufnahmen verkieselter Schwämme (Hexactinellidae, unbestimmt; schwarzer Balken entspricht jeweils ~1 Zentimeter). (Photos Heyng 2009)

 

 

Abbildung 2: Anschliff der "Schwammschicht" (Horizont e003) mit Kieselschwämmen (unbestimmt) und diversen biogenen Komponenten; der Bildausschnitt oben entspricht etwa14 Zentimetern. (Photos Heyng 2009)



Fund eines großen Trichterschwamms in "Schwammschicht 1" (Event-Horizont e003)

Projekt Mühlheim 2009 - Archiv geomnia

Ein Fund im Juli 2009 aus dem Sammlerbruch Mühlheim am Schaudiberg: Ein großer, verkieselter Trichterschwamm (noch unbestimmt) mit einem Durchmesser von 27 Zentimetern. Der Fund wurde zusammengesetzt, geklebt und wird nun mit Säure weiter herausgeätzt; ein Bild des fertig präparierten Stückes folgt in Kürze.

 

 

 

 



Profilaufnahme der Moernsheim Formation am Schaudiberg

 

A. M. Heyng 2009 - Archiv geomnia

 

Seit April 2008 erfolgt die Bearbeitung der in den Steinbrüchen am Schaudiberg südwestlich von Mühlheim aufgeschlossenen Mörnsheimer Schichten (Moernsheim Formation). Erstes Ziel dieser Arbeiten ist die Schaffung eines detaillierten Übersichtsprofils, in dem die genaue Abfolge der Schichten, Lithologie und Sedimentstrukturen sowie der Fossil-Inhalt erstmals systematisch beschrieben werden.

 

Die Profilaufnahme erfolgt hierbei abschnittsweise (in Sektionen), den aktuellen Aufschlussverhältnissen folgend, nach folgender Arbeitsweise und Methodik:

Das Anstehende wird freigelegt, vermessen und Bank für Bank, bestehenden Fugen folgend, horizontiert entnommen. Die geborgenen Schichtstapel werden jeweils in Scheiben gesägt (zwei Schnitt-Richtungen: a und im 90°-Winkel hierzu: B), geschliffen und anpoliert. Die polierten Anschliffe werden hochaufgelöst gescannt und zum Profil montiert. Ein Übersichtsprofil (Maßstab 2:1) und ein Detailprofil (Maßstab 1:5) werden erstellt.

Zur näheren Bearbeitung werden von ausgewählten Schnitten Ätzproben (HCl / 5-10%) bzw. petrologische Dünnschliffe erstellt. Lithologie und Sediment-strukturen können so detailliert bearbeitet werden.

Ergänzend wird mit einer gezielten Grabung der Fossil-Gehalt jeder Profil-Sektion horizontiert verzeichnet. Hierbei wird der betreffende Profilabschnitt auf einer Fläche von mehreren Quadratmetern Schicht für Schicht abgegraben. Makro- und Mikro-Reste der fossilen Fauna und Flora werden geborgen, präpariert und systematisch bearbeitet.

 

Bisher sind 7 Profil-Sektionen (Sektionen A; C bis H) entnommen und in Bearbeitung; dies entspricht einer bearbeiteten Profil-Länge von etwa 10 Metern.

Die Profilgrabungen finden derzeit im Besuchersteinbruch Mühlheim statt (z.B. Sektionen G und H) bzw. sind abgeschlossen (Profil-Sektion C und D).

 

 

Abbildung 1: Profilskizze von Sektion C mit Bezeichnung der ausgeschiedenen Schichten, den jeweiligen Mächtigkeiten und den aufgefundenen Event-Horizonten. (Grafik amh-Geo 2009)

 

 

Abbildung 2: Ort der Grabung zu Profil-Sektion C im Besucher-Steinbruch Mühlheim während der Arbeiten im April 2009: Der Abschnitt von der "Doppelbank" bis zur liegenden Kieselbank ("Dicke Emma") wurde freigelegt und systematisch auf einer Fläche von ca. 6 Quadratmetern Schicht für Schicht abgegraben. (Photo Heyng 2009)

 

 

Abbildung 3: Anschliff von Schnitt C01-bas mit den Event-Horizonten e007 (oben) und e008 (unten). Hierbei handelt es sich um geringmächtige, jedoch lateral weit verfolgbare, turbiditische Einschaltungen von feinem Ton-Sediment mit erosiver Basis. Event-Horizonte werden als Leithorizonte zur Korrelation der einzelnen Sektionen untereinander herangezogen. (Photo Heyng 2009)

 

 

Abbildung 4: Der etwa 1,3 Zentimeter mächtige Event-Horizont "Trennende Graue" (e009) zwischen den Schichten "Erste Rosa" und "Zweite Rosa" (Schnitt C22). Im polierten (links) sowie im geätzten Anschliff (rechts) ist die erosive Basis und eine normal gradierte Schichtung (fining upwards) der Komponenten (überwiegend Schwamm-Spicula) deutlich erkennbar. (Photos Heyng 2009)



Oenosaurus muehlheimensis gen. et sp. nov.

 

Oliver Rauhut & Adriana López-Arbarello - Pressemitteilung vom 31. Oktober 2012 - Archiv geomnia

 

Zu Füßen der Dinosaurier: Ein jurassischer Bruder der Brückenechsen

 

Brückenechsen werden oft als klassisches Beispiel eines „lebenden Fossils“ angesehen und gelten als letzte Überlebende einer alten Entwicklungslinie, die den moderneren Eidechsen evolutiv hoffnungslos unterlegen war. Ein neuer Fund aus dem oberen Jura (vor ca. 148 Mio Jahren) Süddeutschlands zeigt nun, dass die Brückenechsen noch zur Zeit der Ausbreitung der Eidechsen eine ungewöhnlich hohe Anpassungsfähigkeit und ökologische Vielfalt aufwiesen, was die Idee der evolutiven Unterlegenheit in Frage stellt.

 

Sie sieht aus wie eine “normale” Eidechse, aber gehört in Wirklichkeit zu einer alten Entwicklungslinie, die sich unabhängig von den Eidechsen entwickelt hat: Die Brückenechse, von der nur zwei Arten bekannt sind, die auf einigen wenigen kleinen Inseln vor Neuseeland leben. Mit einer Gehirnstruktur und einer Fortbewegungsweise, die oft als Intermediär zwischen Amphibien und Eidechsen bezeichnet wird, gehören Brückenechsen sicherlich zu den rätselhaftesten Reptilien und werden oft als typisches „lebendes Fossil“ angesehen, als hervorragendes Modell dafür, wie ein Urahne der Eidechsen ausgesehen haben mag. Zur Zeit der Dinosauriern, dem Mesozoikum („Erdmittelalter“) waren Vertreter der Rhynchocephalen („Schnabelköpfe“), zu denen die Brückenechsen gehören, allerdings divers und weit verbreitet. Die Frage, warum diese Gruppe im späten Erdmittelalter dem Untergang geweiht war und nur auf abgelegenenen Eilanden überlebte, schien bisher leicht zu beantworten: Mit ihrer so offensichtlich primitiven Struktur waren diese Tiere den sich in jener Zeit ausbreitenden Eidechsen und frühen Säugetieren klar unterlegen und wurden von diesen verdrängt. Waren sie dies wirklich?

 

Ein neuer fossiler Verwandter der Brückenechsen aus dem obersten Jura von Süddeutschland stellt diese Idee nun in Frage. In einem gerade in der wissenschaftlichen Zeitschrift PLoS One erschienenen Arbeit erhielt dieses Tier den Namen Oenosaurus muehlheimensis, zu Ehren des hervorragenden Weines von der Frankenalb und des Fundortes, dem kleinen Dorf Mühlheim, bei Mörnsheim. Oenosaurus sieht den heutigen Brückenechsen sehr ähnlich, unterscheidet sich von ihnen jedoch in der Bezahnung, die für Landwirbeltiere einzigartig ist. „Als das Stück gefunden wurde, und der Schädel nur in Gaumenansicht sichtbar war, rätselten wir alle, worum es sich wohl handeln könnte, da niemand von uns jemals eine solche Bezahnung bei einem offensichtlichen Landwirbeltier gesehen hatte“, erinnert sich Dr. Oliver Rauhut von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie in München, der Erstautor der Studie. Die Zähne von Oenosaurus bestehen aus massiven Zahnplatten, deren Struktur darauf hindeutet, dass sie zeitlebens kontinuierlich wuchsen, um damit der Abnutzung entgegenzuwirken. Ähnliche Zähne kannte man bisher nur bei Fischen, etwa bei Meerkatzen (Verwandte der Haie) und Lungenfischen. „Wir haben eine Computertomographie der Zahnplatten gemacht, und als ich die Bilder davon einer englischen Kollegin zeigte, die auf Mikrostrukturen von Fischzähnen spezialisiert ist, fand sie zunächst nichts ungewöhnliches daran – bis ich ihr sagte, dass es sich um Zähne eines Reptiles handelt“, sagt Dr. Adriana López-Arbarello, Fisch-Spezialistin der Staatssammlung und eine der Co-Autorinnen der Arbeit. „Da fiel sie aus allen Wolken und konnte es erst gar nicht glauben“, fügt sie mit einem leichten Lächeln hinzu. Diese einmalige Bezahnung bedeutet eine bisher unbekannte ökologische Anpassung bei dieser Ur-Brückenechse, die offenbar auf das Knacken hartschaliger Nahrung spezialisiert war. Rhynchocephalien haben üblicherweise eine sehr spezialisierte Bezahnung, die zum Zerschneiden von Nahrung geeignet ist und von die man bisher als limitierenden Faktor bei der Evolution der Gruppe angesehen hat. Somit zeigt Oenosaurus, dass diese Gruppe sehr viel anpassungsfähiger war, als bisher angenommen, und unterstreicht ihre große morphologische und ökologische Vielfalt im oberen Jura in Europa, kurz bevor sie hier aus dem Fossilbericht verschwinden. Dies widerspricht der gängigen Hypothese, dass Rhynchocephalen den Eidechsen und frühen Säugetieren evolutiv unterlegen waren und die Verdrängung durch diese Gruppen ausreicht, um ihren Untergang zu erklären. Stattdessen dürften Klimaveränderungen im Zusammenhang mit dem Auseinanderbrechen des Superkontinentes Pangäa eine große Rolle bei dem Untergang der Rhynchocephalen gespielt haben.

 

Die Überreste von Oenosaurus wurden von Roland Pöschl in Gesteinen der Mörnsheim Formation im Steinbruch am Schaudiberg bei Mühlheim gefunden. Die Steinbruchbesitzer erkannten die wissenschaftliche Bedeutung des Fundes und spendeten ihn der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie in München. Die Mörnsheimer Schichten sind etwas jünger als die bekannten, darunterliegenden Solnhofener Schichten, aus denen unter anderem der berühmte Urvogel Archaeopteryx stammt. Sie sind sehr fossilreich, jedoch ist ihre Fauna viel weniger bekannt, da sie, im Gegensatz zu den Solnhofener Schichten, kaum kommerziell abgebaut werden. „Wir fangen gerade erst an, diese Gesteine zu erforschen, und das wird sicherlich noch viele weitere Überraschungen ergeben“, ist sich Alexander Heyng sicher. Der Geologe untersucht die Gesteinsabfolge am Schaudiberg und hat auch den Kontakt zwischen Steinbruchbesitzern und Paläontologen hergestellt. Ein großer Teil des Steinbruches ist der Öffentlichkeit inzwischen als Besuchersteinbruch zur Fossilsuche zugängig (http://www.besuchersteinbruch.de/). Somit kann jeder dort aktiv an der faszinierenden Entdeckung der jurassischen Lebewelt teilnehmen und die Wissenschaft in ihrer Aufgabe, die Wurzeln unserer modernen Lebewelt zu entziffern, unterstützen.

 

 

Abbildung 1: Die bis zu 50 cm lange Brückenechse, Sphenodon punctatus, die auf einigen wenigen Inseln vor Neuseeland lebt. (Photo Dr. Helmut Tischlinger)

 

 

Abbildung 2: Gaumenansicht des Schädels von Oenosaurus, mit den gut sichtbaren Zahnplatten. Maßstab ist 1 cm. (Photo Krautworst)


Oliver Rauhut & Alexander M. Heyng 25.02.2010 - Archiv geomnia

 

A new taxon of sphenodontian with unusual dentition from the Late Jurassic of Southern Germany

 

Although the only recent representative of the Sphenodontia, the genus Sphenodon, is often used as a “classic” example of a living fossil, research in the recent decades has shown that this clade was widespread and both taxonomically and ecologically diverse during the Mesozoic. All sphenodontians but the most basal forms are characterized by a special, acrodont dentition, in which a juvenile dentition is retained throughout the ontogeny, and new teeth are added posteriorly in the jaws. Recently, the partial skull and mandibles of a new taxon of sphenodontian have been discovered in the marine Tithonian Mörnsheim Formation in Bavaria, southern Germany. Although the skull roof and braincase are fragmentary, the palate and lower jaws are excellently preserved. The most conspicuous character, however, is the very unusual dentition, which consists of large lateral tooth plates in the maxilla and dentaries. This character strongly indicates a durophagous diet in the new taxon. The tooth plates are formed by the fusion of numerous, small, pencil-like teeth, very unlike the typical tooth shape in sphenodontians, and there is no distinction between a juvenile tooth row and additional teeth. Nevertheless, phylogenetic analysis indicates that the new taxon is well nested within sphenodontians that have the typical type of dentition of this clade; thus, its tooth plates should be derived from an acrodont dentition with retention of a juvenile dentition and posterior aggregation of additional teeth. This indicates a surprisingly high evolutionary plasticity in the dentition of derived sphenodontians. A possible evolutionary origin for this dentition might be the heterochronic retention and subsequent modification of small, more conical teeth, as they are found in hatchlings of the recent Sphenodon.

 

 

Figure 3: Detailed drawing in ventral view of the fragmentary preserved skull of the new sphenodontian taxon.

 

Figure 4: Sketch of the excellently preserved lower jaw.


 

Andreas Hecker 21.01.2009 - Archiv geomnia

 

Beschreibung einer neuen Echsenart

 

Im April 2008 wurde im Steinbruch Krautworst am Schaudiberg ein kleiner Schädel und die dazugehörigen Unterkiefer gefunden. Es handelt sich dabei um eine bisher unbekannte Art. Das Fossil kann den Rhynchocephalen zugeordnet werden, die schon seit langem mit vielen Gattungen aus den Solnhofener und Mörnsheimer Schichten bekannt sind (siehe z.B. FRICKINGER1994). Besonders zu nennen sind hier die Gruppe der Pleurosaurier und Gattungen wie Homoiosaurus und Kallimodon. Als einziger heute noch lebender Vertreter gilt Sphenodon punctatus GRAY aufgrund seiner primitiven Merkmale als lebendes Fossil (ROMER 1956).

Lange Zeit wurde angenommen, die Rhynchocephalia seien eine hochkonservative Gruppe, lediglich die Pleurosaurier wären mit ihrer sehr weitgehenden Anpassung an die aquatische Lebensweise (COCUDE-MICHEL 1963) stärker spezialisiert. Neuere Funde aus dem Oberen Jura Nord-Afrikas und der Kreide Süd-Amerikas belegen jedoch starke Spezialisierungen an verschiedene Lebensweisen (THROCKMORTON, HOPSON, PARKS 1981; REYNOSO 1997; REYNOSO 2000; APESTEGUJA 2005; JONES 2008).

Die stark abgewandelte Bezahnung des neuen Fundes aus Mühlheim unterstreicht die ungeahnte Anpassungsfähigkeit der Rhynchocephalier. Der Fund wird wissenschaftlich bearbeitet (Publikation in Vorbereitung).

 

Zitierte Literatur

  • REYNOSO, V. (1997): A ”BEADED'' SPHENODONTIAN (DIAPSIDA: LEPIDOSAURIA) FROM THE EARLY CRETACEOUS OF CENTRAL MEXICO, - Journal of Vertebrate Paleontology V. l7(1), pp. 52-59
  • REYNOSO, V. (2000): AN UNUSUAL AQUATIC SPHENODONTIAN (REPTILIA: DIAPSIDA) FROM THE TLAYUA FORMATION (ALBIAN), CENTRAL MEXICO, - Journal of Paleontology V. 74(1), pp. 133–148
  • FRICKINGER, K. A. (1994): DIE FOSSILLIEN VON SOLNHOFEN, - Goldschneck Verlag
  • COCUDE-MICHEL, M. (1963): LES RHYNCHOCEPHALES ET LES SAURIENS DES CALCARIES LITHGRAPHIQUES (JURASSIQUE SUPERIEUR) D´ EUROPE OCCIDENTALE, - Nouvelles Archives du Museum d´histoire naturelle du Lyon, V. 7, 1963, pp. 1-187
  • THROCKMORTON, G. S.; HOPSON, J. A.; PARKS, P. (1981): A REDESCRIPTION OF TOXOLOPHOSAURUS CLOUDI OLSON; A LOWER CRETACEOUS HERBIVORUS SPHENODONTID REPTILE, - Journal of Paleontology, V. (3), pp. 586 - 597
  • APESTRGUJA, S. (2005): A LATE CAMPANIAN SPHENODONTID (REPTILIA; DIAPSIDA) FROM NORTHERN PATAGONIA, - C. R. Palevol, V. 4, pp. 663 – 669
  • JONES, M. E. H. (2008): SKULL SHAPE AND FEEDING STRATEGY IN SPHENODON AND OTHER RHYNCHOCEPHALIA (DIAPSIDA: LEPIDOSAURIA), - Journal of Morphology, V. 269, pp. 945 - 966
  • ROMER, A. S. (1956): OSTEOLOGY OF THE REPTILES, - University of Chicago Press, 1956