Projekt Helvetikum

News & Aktuelles

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Historische Stücke aus dem Helvetikum

Published 21-02-2021 by A. M. Heyng

 

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"Clypeaster conoideus", korrekt benannt Conoclypus conoideus, vom Kressenberg; Durchmesser etwa 11 Zentimeter.

 

Inventar-Nummer 1155, Lehrsammlung des einstigen "Königlichen Schullehrer-Seminars Eichstätt";

wiss. Slg. amh-Geo, Inv.-Nr. 02987.


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Historischer Fund von "Conus giganteus", korrekt benannt Gisortia gigantea, wahrscheinlich aus dem "Roterz" vom Kressenberg; Länge des Steinkerns etwa 9 Zentimeter.

 

Inventar-Nummer 1154, Lehrsammlung des einstigen "Königlichen Schullehrer-Seminars Eichstätt";

wiss. Slg. amh-Geo


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Eine "Grabung besonderer Art"

Published 29-07-2020 by A. M. Heyng, last update 04-05-2021

 

Eine Fossiliensammlung "eine zweites Mal" auszugraben ist auch für mich etwas sehr Besonderes - zumal die Sammlerin Hilda Steinbacher aus Berchtesgaden vielen Sammlerkollegen und Wissenschaftlern sehr gut bekannt und Ihre Sammlung legendär war (und ist). Nach ihrem plötzlichen Tod im Jahre 1993 musste die umfangreiche Sammlung in einer Notlage 2007 in den Garten "ausgelagert" werden - wo sie bis heute lag.

 

Im Folgenden ein paar Eindrücke von den Ausgrabungen der Sammlung:

 


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Im Zentrum des Interesses von Hilda Steinbacher standen jahrelang die Korallen des Helvetikums, von denen sie eine sensationelle Sammlung von vielen Lokalitäten des Salzburger Landes, Bayerns und der Schweiz zusammentrug. Ein Korallen-Spezialist lehnte jedoch Ihre Anfrage zur Bearbeitung "wegen Zeitmangels" (Zitat von Frau Steinbacher) ab. Und da sie mit dem Linnéschen System nicht vertraut war, erschuf sie kurzerhand ein eigenes Ordnungssystem, kategorisierte und bezeichnete ähnlich gebaute Korallen-"Arten" nach dem "äußerlichen Erscheinungsbild". Als Beispiele seien hier die Bezeichnungen "Herzchenkorallen", "Sternchenkorallen" oder "Wedelkorallen" genannt. Unzählige Funde - viele hundert Stücke aller Größen müssen es wohl gewesen sein - wurden erst von Hilda in Handarbeit angeschliffen (siehe Beispiele unten), dann präzise beschrieben und schließlich in Gruppen zusammengefasst. Mit dieser Fleißarbeit gelang Hilda Steinbacher der erste Nachweis einer äußert formenreichen Korallenfauna im Helvetikum, die damals den einschlägigen Wissenschaftlern völlig unbekannt war und bis heute unbearbeitet ist (aktuelle Notiz: derzeit laufen Arbeiten an Korallen-Material vom Kressenberg an der Bayerischen Staatssammlung in München).

 

 

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Alle Ergebnisse zu Ihren Korallen hielt Hilda Steinbacher darüber hinaus in einem umfangreichen, zweibändigen Werk fest, auf Schreibmaschine getippt, mit vielen Photos und eigenen Zeichnungen. Und wem die Bezeichnungen "Herzchenkorallen" etc. kindisch und/oder unwissenschaftlich erscheinen, der sollte diese Aufzeichnungen erst lesen - und wird dann beruhigt sein: Hilda beobachtete äußerst genau (im Gelände wie auch bei der Präparation & Bestimmung), wertete wissenschaftlich aus und machte sich eigene Gedanken - vorbildlich in vielerlei Hinsicht. Als Autodidaktin musste sie - zumal ohne Hilfe von fachlicher Seite - eigene Wege gehen, um weiterzukommen, und das tat Hilda Steinbacher mit Leib und Seele.

 

Ich danke der Familie Steinbacher herzlich für Ihr Vertrauen sowie die Erlaubnis, die unveröffentlichten Manuskripte von Hilda Steinbacher wissenschaftlich auswerten und veröffentlichen zu dürfen. Bis die umfangreichen Dokumente gescannt und aufbereitet sind, sollen auszugsweise ein paar ausgewählte Seiten Ihrer Arbeiten vorgestellt werden.

 

 


Unveröffentlichte Manuskripte

  • Hilda Steinbacher (1985): Korallen im Eozänen Helvetikum - Band 1. (Rohmanuskript)

  • Hilda Steinbacher (1985): Korallen im Eozänen Helvetikum - Band 2. (Rohmanuskript)

  • Hilda Steinbacher (1984): Seesterne, Seeigel, Seelilien, Krabben u. v. a. m. in einer lehmig-blauen Schicht auf St. Pankraz am Haunsberg (von mir als Blaue Schicht bezeichnet). (Rohmanuskript)

 

Veröffentlichungen von Hilda Steinbacher

  • Hilda Steinbacher (2021): Fossile Schätze vom Haunsberg. - documenta naturae.Quellen&Supplemente, 04: 1-11.
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Hilda Steinbacher: Fossile Schätze vom Haunsberg
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  • Hilda Steinbacher (2021): Auszug aus der Arbeit zum Thema: Korallen im eozänen Helvetikum (Schwarzerz und Mittelschichten). Ein Beitrag zur Erforschung des Haunsberges und des eozänen Helvetikums im allgemeinen. - documenta naturae.Quellen&Supplemente, 03: 1-19.
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Hilda Steinbacher: Korallen im eozänen Helvetikum (Auszug)
(open access - free download)
dnQS03-2021_1-19_HSteinbacher.pdf
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  • Hilda Steinbacher (1990): Fossile Moostierchen (Bryozoen) im Helvetikum des Haunsberges.- In: STÜBER Eberhard, Salzburg (1990), Berichte aus dem Haus der Natur in Salzburg XI. Folge. – Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg, 11: 179-180.
  • Hilda Steinbacher (1987): Der Haunsberg, ein 'geologisches Fenster' des Helvetikums. - In: GEISER Elisabeth, Salzburg (1987), Naturwissenschaftliche Forschung in Salzburg. Festschrift zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Mag. Eberhard Stüber, Direktor des Hauses der Natur und Landesumweltanwalt. Berichte aus dem Haus der Natur in Salzburg X. Folge Teil A. – Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg, 10: 169-173.
  • Hilda Steinbacher (1982): Der Haunsberg, eine unerschöpfliche Fundgrube eozäner Fossilien. - In: STÜBER Eberhard DDr. Mag. Prof., Salzburg (1982): Berichte aus dem Haus der Natur in Salzburg IX. Folge. – Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg, 9: 155-159.
  • Hilda Steinbacher (1978): Bemerkenswerte Funde im Haunsberger Helvetikum 1977 und 1978. - In: STÜBER Eberhard, Salzburg (1978): Berichte aus dem Haus der Natur in Salzburg VIII. Folge. – Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg, 8: 137-140.
  • Hilda Steinbacher (1978): Die Geschichte der Schildkrötenfunde am Haunsberg. - In: STÜBER Eberhard, Salzburg (1978): Berichte aus dem Haus der Natur in Salzburg VIII. Folge. – Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg, 8: 140-142.
  • Hilda Steinbacher (1978): Entdeckung eines Korallenriffes im Helvetikum. - In: STÜBER Eberhard, Salzburg (1978): Berichte aus dem Haus der Natur in Salzburg VIII. Folge – Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg, 8: 142-144.
  • Rudolf Vogeltanz, Hilda Steinbacher, Rudolf Jancik (1973): Eine versteinerte Landschildkröte (Geochelone sp.) aus dem Eozän von St. Pankraz am Haunsberg, Salzburg. - In: TRATZ Eduard, Salzburg 1973, Berichte aus dem Haus der Natur in Salzburg V. Folge 1973. – Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg, 5: 23-29.

 

 

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Eine persönliche Kopie

 

 

Published 06-07-2020 by A. M. Heyng, last update 19-03-2021

Ein beeindruckender Gruß aus einer vergangenen Zeit, in der Kopierer, geschweige denn Scanner und das PDF, noch nicht alltäglich waren: Zum einen kunstvolle Bleistift-Nachzeichnungen der Tafeln von Loriol 1875, einem Grundlagenwerk über die Seeigel des Eozäns, das auch heute noch durchaus nützlich und lesenswert ist. Zum anderen sorgsam ausgeführte Abzeichnungen der Tafeln des berühmten Werkes von Schafhäutl aus dem Jahre 1863 über die "Petrefacten" des Kressenberges und südlich gelegener Gebiete. Zweck der mühsamen Arbeit war wohl die Anfertigung einer persönlichen Kopie des jeweiligen Werkes zur Bestimmung der eigenen Funde.

 

Zeichner war der bekannte Fossiliensammler Alfred Holinka (1913 - 1978), der - gemeinsam mit seinem Sohn Heinz - bis zu seinem Tod "in die Steine ging". Die Funde der dabei zusammengetragenen, umfangreichen Sammlungen wurden meist hervorragend präpariert, inventarisiert, und großteils auch nach der gängigen Fachliteratur bestimmt. Jedes Stück wurde mit Fundort und Datum versehen sorgsam in Schächtelchen oder Gläschen aufbewahrt.

 

Teile der Sammlung Holinka werden heute in der Bayerischen Saatssammlung in München sowie im Naturmuseum Augsburg verwahrt. Sammlungen eozäner Fundorte, die erhaltenen Teile der Sammlungs-Dokumentation sowie auch die originalen Handzeichnungen (Bleistift auf Pergamentpapier) der zwei genannten Werke werden im wissenschaftlichen Archiv von amh-Geo aufbewahrt.

 

Diese eindrucksvollen Dokumente sind es wert, veröffentlicht und der Allgemeinheit zugänglich gemacht zu werden, was hiermit erfolgt (publiziert in der Reihe documenta naturae. Quellen & Supplemente - ISSN (Online) 2747-8955) - der Download (Format pdf) ist open access.

 

Literatur

Loriol, P. de (1875): Déscription des échinides tertiaires de la Suisse. - Mem. Soc. paléont. suisse, II/5, III/1; Genève.

Schafhäutl, K. (1863): Süd-Bayerns Lethaea geognostica. Der Kressenberg und die südlich von ihm gelegenen Hochalpen geognostisch betrachtet in ihren Petrefacten. - XVII + 487 S., 46 Abb.,86 Taf., 2 Karten, 1 Tab., Leipzig (L. Voss).

 


documenta naturae. Quellen & Supplemente  2 (2021) 1 - 18
Published & available online 20 March 2021

Nachzeichnungen der Tafeln des Werkes: Loriol, P. de (1875): Déscription des échinides tertiaires de la Suisse. - Mem. Soc. paléont. suisse, II/5, III/1; Genève.

gezeichnet durch
Alfred Holinka (19.9.1913 - 18.5.1978)

 

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DocNatQ&S 02 (2021) 1-18 A. Holinka Nachzeichnungen Loriol 1875
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documenta naturae. Quellen & Supplemente  1 (2021) 1 - 48
Published & available online 14 March 2021

Nachzeichnungen der Tafeln des Werkes: Schafhäutl, K. (1863): Süd-Bayerns Lethaea geognostica. Der Kressenberg und die südlich von ihm gelegenen Hochalpen geognostisch betrachtet in ihren Petrefacten. - XVII + 487 S., 46 Abb.,86 Taf., 2 Karten, 1 Tab., Leipzig (L. Voss).

gezeichnet durch
Alfred Holinka (19.9.1913 - 18.5.1978)

 

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DocNatQ&S 01 (2021) 1-48 A. Holinka Nachzeichnungen Schafhäutl 1863
(open access - free download)
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Aktuelle Publikation

 

 

documenta naturae communications - 2 (2019) 9-43

 

Kommentierte Checkliste der Wirbeltiere aus dem Eozän des Haunsberges bei Sankt Pankraz (Salzburger Land, Österreich)

 

von Hans-Volker Karl & Gottfried Tichy

 

Abstract: A first checklist of the vertebrates from the Lower and Middle Eocene (Ypresium-Lutetium) layers of the Haunsberg near Sankt Pankraz includes the soft shelled turtle Rafetoides messelianus (Reinach, 1900), the sea turtles Puppigerus camperi Cope 1870 and Tasbacka salisburgensis (Karl, 1996), the leatherback turtle Arabemys crassiscutata Tong et al. 1999, the large land tortoise Eochersina steinbacherae (Karl, 1996), the crocodile Diplocynodon cf. hantonensis (Wood, 1846), the tapir-related Lophiodon cf. occitanicum Cuvier, 1821-22, the old horse Propalaeotherium voigti (Matthes, 1977) and the old whale Togocetus aff. traversei Gingerich & Cappetta, 2014.

Keywords: Vertebrates, fishes, turtles, crocodiles, mammals, Eocene, Ypresian-Lutetian, Haunsberg, Austria, checklist.

 

Kurzfassung: Eine erste Checkliste der Wirbeltiere aus den eozänen Schichten des Haunsberges bei Sankt Pankraz (nördlich Salzburg, Österreich) erbrachte die Weichschildkröte Rafetoides messelianus (Reinach, 1900), die Seeschildkröten Puppigerus camperi Cope 1870 und Tasbacka salisburgensis (Karl, 1996), die Lederschildkröte Arabemys crassiscutata Tong et al. 1999, die große Landschildkröte Eochersina steinbacherae (Karl, 1996), das Krokodil Diplocynodon cf. hantonensis (Wood, 1846), den Tapir-Verwandten Lophiodon cf. occitanicum Cuvier, 1821-22, das Urpferd Propalaeotherium voigti (Matthes 1977) sowie den Altwal Togocetus aff. traversei Gingerich & Cappetta, 2014.
Schlüsselwörter: Wirbeltiere, Fische, Schildkröten, Krokodile, Säugetiere, Eozän, Ypresium-Lutetium, Haunsberg, Österreich, Checkliste.

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Aufschlüsse im Helvetikum

 

 

Der Zementsteinbruch Rohrdorf

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Die "Slumps" am Bonhartköpfl im Zementsteinbruch Rohrdorf

 

 

Der Mühlsteinbruch von Hinterhör

mit beeindruckenden Spuren des einstigen Mühlstein-Abbaus:

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Der Steinbruch am Eckbichl

Das "Nebengestein" am "Eckbichl", Neubeuern (Photo Heyng 2003)

 

Profilabfolge des "Nebengesteins" am "Eckbichl" (Photo Heyng 2005)